| Bis zum Eifelkreuz |
| Nicht nur "Fels und Wasser" begleiteten mich auf dem Eifelsteig. Manchmal waren es gerade ab Novemberanfang auch Matsch und Pfützen. Doch über weite Teile der Strecke waren es immer auch die Überreste der Besetzung und Erschließung des Gebietes durch die Römer. Und natürlich die Kirchen, mächtigen Klöster wie Steinfeld und Himmerod, oder die Burgen, wie die Doppelanlage in Manderscheid. Was die Römer angeht handelt es sich zum Beispiel um Umgangstempel wie die "Görresburg" bei Nettersheim oder der "Juddekirchhof" bei Gerolstein. Sie standen im Falle der Görresburg an einer römischen Landstraße. Zwischen Himmerod und Nettersheim führt die Route auch an der berühmten römischen Wasserleitung und einem der Quellorte des Kanals, dem "Grünen Pütz", entlang. Oberhalb des wilden Butzerbachtales - die Strecke mit den einzigen Hängebrücken auf dem gesamten Steig - sind die "Putzlöcher", aus denen ein römischer Bauunternehmer namens Marcus den Basalt schlagen ließ, der auch für Porta Nigra in Trier verwendet wurde. |
| Die "Putzlöcher" liegen an der Schlussetappe von Kordel nach Trier. Der Eifelsteig endet offiziell mit der Passage auf dem Basaltsteinkamm diesseits der Stadt. Ein natürlicher Schutzwall der Hauptstadt des weströmischen Reiches und ältesten Stadt Deutschlands gegen die Wildnis und vermeintliche Nichtzivilisation der römischen Eifelprovinz. |
| Doch eigentlich endet der Eifelsteig schon eine gute Stunde zuvor, im Wald oberhalb des Autobahnzubringers vom Dreieck Moseltal zur Autobahn nach Luxemburg. An einer Wegekreuzung steht eines von vielen großen Holzkreuzen entlang des Steigs. Das "Eifelkreuz" erreicht man über den Steig von der Rückseite. Man sieht es erst, wenn man an der Wegekreuzung angekommen ist. Der Platz hat eine magische Atmosphäre. Ich spürte sofort, hier ist eine Grenze. Jenseits davon ist kein Eifelland mehr. |
| Angekommen in Trier durchschritt ich die Porta Nigra, den offiziellen Schlusspunkt der Wanderung. Ordnung muss sein. In der Tourist Information wollte ich mir zur Belohnung die wenige Tage zuvor erschienene Karte des Steigs im Maßstab 1:50.000 kaufen. Ein mehrere Meter langes Blatt. In der Trierer "TI" allerdings Fehlanzeige. Wie auch jeder andere Hinweis auf den Steig. Hier gab es nur Trier. Das sollte den Besuchern offenbar reichen. |
| Ich hatte da eine andere Idee. Wenig später war ich in der Weinprobierstube mit Restaurant des Weinguts Reichsgraf von Kesselstatt, vis a vis des Trierer Doms. Auf dem Weg dahin hatte ich in St. Gangolf eine Kerze angezündet. Tut man eben so. In der Weinprobierstube erstand ich den Scharzhofberger Großes Gewächs Trocken 2007. Ein sehr edler Tropfen. Und so schloss sich ein Kreis. In Kornelimünster hatte ich mir vor dem Start eine Pilgerkerze gekauft. Zwischen der Pilgerkerze aus Kornelimünster und dem Scharzhofberger lagen jetzt 332,5 Kilometer. |
| Ich kann alles nur empfehlen. Den Glaubensbeistand für den Start zu einem Weg, den guten Tropfen als Belohnung am Ziel der Reise - und zwischendurch den Eifelsteig. |
| Stefan Lieser |
| Infos: www.eifelsteig.de |
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Internetredaktion.com, Georg May. Karte: © Top Trails in Germany. Die Motive: Kalvarienberg (Index), St. Rochus (Wollseifen und Vogelsang), Gemündener Maar (Das Kleingedruckte), Hängebrücke über den Butzerbach (Begegnungen), Medusenhaupt am "Grünen Pütz" bei Nettersheim (Eifelkreuz), Kalksintherwasserfälle bei Nohn (Route). |
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